Von Gerhard Lück Fr, 11. Oktober 2019

Alle Wege führen nach Rom", sagt der Volksmund. Tatsache ist aber, dass in Europa ganz viele markierte Wege ins spanische Santiago de Compostela zum Grab des Apostels Jakobus führen. Einer davon ist der vor zehn Jahren wiederbelebte Himmelreich-Jakobusweg über 165 Kilometer von Hüfingen über die Schwarzwaldhöhen zur Jakobuskapelle im Hofgut Himmelreich und dann weiter über Freiburg durchs Markgräflerland bis nach Weil am Rhein.

Der Himmelreich-Jakobusweg ist vernetzt mit den großen Pilgerwegen durch die Schweiz, Frankreich und Spanien ins rund 2200 Kilometer entfernte Santiago. Als Georg Körner, der Vorsitzende des Fördervereins Himmelreich-Jakobusweg, an seinem Infostand beim Evangelischen Kirchentag in Berlin nach dem Besonderen dieses Weges gefragt wurde, antwortete er voller Überzeugung: "Das ist der wahrscheinlich schönste Pilgerweg Deutschlands!" Und er kann das begründen: "Der Weg ist enorm abwechslungsreich. Von der Hochebene der Baar geht er durch tiefe Schwarzwaldwälder, taucht ein in die Weite des Dreisamtals, trifft aufs Freiburger Münster, zieht weiter durch die Rebberge des Markgräflerlands und öffnet immer wieder den Blick auf die Vogesen, den Jura und am Ende auf Basel."

Der ehemalige Maschinenbauingenieur Georg Körner (70) weiß, wovon er spricht, hat er doch eine Ausbildung zum Pilgerbegleiter absolviert und regelmäßig kirchliche Fahrradtouren geleitet. "Pilgern ist eine wunderbare Sache, um wieder zu sich selbst zu kommen", schwärmt er. Man müsse sich aber auf mehrere Tage am Stück einlassen. Der erste Tag sei noch mühsam, man habe nur das Ziel im Sinn. Am zweiten Tag öffne sich der Blick für Impulse am Weg und ab dem dritten Tag werde der Gang gleichmäßig, die Natur käme näher und wer spirituell empfänglich sei, spüre auch, dass Gott Kontakt aufnähme: "Und dann ist der Weg das Ziel."

"Wo eine Jakobuskapelle ist, muss auch ein Pilgerweg sein"

Georg Körner rät, nicht allein auf Pilgerschaft zu gehen: "Zu zweit oder dritt hat man mehr Sicherheit." Beeindruckend sei am Himmelreich-Jakobusweg mit seinen acht Etappen die große Zahl der Kapellen am Weg und bei vielen Höfen. Die Jakobuskirchen in Hüfingen, Neustadt, Himmelreich und Eschbach seien Orte besonderer Impulse.

Mit den Ideen, aus dem Hofgut Himmelreich einen Integrationsbetrieb zur Eingliederung von Menschen mit Behinderung in den normalen Arbeitsprozess zu machen – seit August 2004 gilt das Projekt auf dem Feld der Inklusion bundesweit als Erfolgsgeschichte –, erwachte bei Gründervater Jürgen Dangl angesichts der Jakobuskapelle auf dem Hofgut-Areal der Forscherdrang. Bei Pfarrer Kern hatte er gelesen: "Wo eine Jakobuskapelle ist, muss auch ein Pilgerweg sein."

Mit dem Jakobspilger Erhard Trotter ging er auf die Suche und fand auf einer alten Landkarte aus Frankreich einen Weg, der von Krakau kommend quer durch Deutschland über die Baar nach Basel lief. Beide suchten Mitstreiter, fanden im Schwarzwaldverein mit seinen markierten Wegen einen Partner, schrieben die Wegbeschreibung, gaben einen Pilgerführer heraus, der inzwischen in fünfter Auflage erschienen ist, und gründeten 2009 einen Förderverein.

 

Auch Rollstuhlfahrer können Pilgern


Um auch Menschen mit Behinderungen im Rollstuhl, aber auch Eltern mit Nachwuchs im Kinderwagen das Jakobusweg-Pilgern nahezubringen, entstand 2016 der "Pilgerweg für alle". Für Streckenteile, die nicht so einfach zu passieren sind, fanden sie mit Wegewarten des Schwarzwaldvereins und Förstern "barrierefreie Umwege", die vorhandene Hindernisse überbrückbar machten. Nachdem diese Streckenabschnitte von Rollstuhlfahrern getestet waren, gab der Verein eigene Wegbeschreibungen mit vielen praktischen Tipps heraus.

Die internationale Jakobusweg-Markierung – eine Muschel mit Strahlen, die den Weg nach Santiago weist – bekam mit dem Rollstuhlsymbol einen hilfreichen Zusatz. Georg Körner rät Menschen im Rollstuhl allerdings angesichts von Steigung und Gefälle, den Weg nicht allein zu bewältigen: "Unterstützend leihen wir gerne Zusatzräder für den Rollstuhl aus, die ihm mehr Stabilität geben."

Und dann grüßt der begeisterte Jakobuspilger mit dem alten spanischen Pilgergruß "Ultreya – Vorwärts! Weiter!" und wünscht "Buen Camino – Guten Jakobus-Weg!"

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